TV-Halterung verlängert

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Kurz vor Weihnachten sollte das Wohnzimmer nicht mehr ganz so nach Lagerhalle aussehen. Der Fernseher sollte wieder an die Wand kommen. Er balancierte einfach ohne Füße auf dem Sofa. Das Problem ist nur, dass die Wandhalterung zu kurz ist, um den TV um 90 Grad zur Wand zu drehen. Er sollte nämlich im Ruhezustand flach an die Wand neben einen Schenkel des Sofas. Tja, gutes Rad ist teuer. Guter Rat ebenso! TV-Halterungen auch! Aber es gibt sowieso keine Halterungen mit so einem langen Arm. Tja, unsere ist sogar noch echt oldfashined und überdimensioniert. Die aktuellen Halterungen sind nicht so massiv gebaut wie unsere. Die Wandplatten ist aus dünnerem Material und wesentlich kleiner, wie mir die Datenblätter verrieten.

Ich fragte beim Hersteller an: Nein, sie haben keine größeren Halterungen (hat ja niemand!) und auch keine Verlängerung (die gibt es wirklich für andere Halterungen!). Die bekamen sogar einen echten Herzkaspar bei dem Gedanken daran! Keinesfalls könne ich den Arm verlängern lassen! Der sei nicht dafür ausgelegt!
Danke!
Herausforderung angenommen!

Okay, Hebelgesetz. Der Arm hat eine Traglast von 90 kg. Der 65″ TV wiegt knapp 24 kg. Ich habe die Berechnung (alte Gesamtlänge = 90 kg; neue Gesamtlänge = X kg) schon wieder weggeschmissen, aber es blieb eine Traglast nach Verlängerung von rund 55 kg übrig. Erstaunlich viel und mehr als ausreichend.

Was also tun? Verlängern! Aber wie? Soll ich die Verlängerungen stumpf einschweißen lassen? Der örtliche Metallbauer würde es machen, aber erst wieder ab Mitte Januar. Zu spät für uns.

Ich blätterte also in Ebay und fand Rechteckrohre in 45 x 25 x 2 mm, deren rechnerische Innenmaße mit etwa 41 x 21 etwa 1 mm größer als die Außenmaße der Arme der TV-Halterung waren. Gesehen, gekauft.

Der Arm besteht aus zwei Teilen mit einem Doppelarm und einem einfachen. 100 cm war das neue Rohr lang. Nach der Bearbeitung mit der Flex nur noch etwas weniger als 33,3 cm je Teilstück.
Auch die drei Rohre des TV-Armes teilte ich mit der Flex jeweils in der Mitte.


Neue Stücke: 33 cm lang.


Verlängerung: 11,5 cm je Arm, gesamt: 23 cm.


Ei, ei, ei! Ist das etwa Rost in der TV-Halterung?


Boy! Dünn uns rostig. Besten Dank auch! Das neue Rohr ist über jeden Zweifel erhaben und ist hoffnungslos überdimensioniert.


Soviel Luft ist am Ende zwischen den originalen Halterarmen.


Na, das sieht ja tacko aus!


Ah! Es geht auch rostfrei?


Ob die Schweißnähte halten? Theoretisch locker.


So könnte es aussehen. Leider habe ich kein Schweißgerät.


Die neue Ausladung des TV-Arms beträgt nun 73 cm. Das wird bei 65″ schon knapp.


Also ein wenig ziehen. Jaaa. etwas mehr… noch ein bisschen… STOP! Passt!


Schnell noch die kürzeren Schrauben, die ich bei der Aktion mit dem Außengerät der WäÜu gekauft hatte zur Befestigung herangezogen. Die verhindern ja nur das Rausrutschen der Arme.

Jetzt haben wir den Arm vier Wochen so am Start, ohne dass er Schwächen zeigt. Beim Zusammenklappen passen die Teile wie eh und je zusammen, da gibt nichts nach.
Einzig traue ich der Schraube am mittleren Armgelenk nicht wirklich über den Weg. Die ersetze ich bei Gelegenheit durch eine aus 8.8er Stahl.

Klar, ich kann niemandem ruhigen Gewissens den Selbstbau so einer Verlängerung empfehlen. Aber das ist halt unser Privatvergnügen.
Wenn die Halterung bricht, halt ein teures Vergnügen.

Einzig für die Soundbar und die Switch brauchen wir noch eine Lösung.

Nachtrag: Ja, richtig, wenn man die Wandhalterung auch nur einen Millimeter aus dem Wasser befestigt, wird die Last am anderen Ende den Arm alleine schon durch die Schwerkraft bewegen.
Ich persönlich habe es in einer Hohlkammersteinwand noch nicht geschafft, die Base absolut exakt ins Wasser zu bringen. Irgendetwas Unvorhergesehenes ist doch immer: Eine Fuge, ein dickerer Stein, an dem der Bohrhammer einen Millimeter wegrutscht, etc., pp…
Klar, die Halterung kann man ein klein wenig in den Befestigungslöchern bewegen. Das mag noch bei zwei Schrauben super gehen, aber hier habe ich neun Schrauben verwendet. Da ist Ende mit Ausgleichen.

So auch hier:
Flach an der Wand ist der TV gerade ausgerichtet. Ausgeklappt ist er ein wenig schief, logisch. Aber dafür hat der Hersteller eben ein Drehgelenk eingebaut und sogar eine magnetische Wasserwaage mit beigelegt, die man hinten am TV auf den Befestigungsrahmen legen kann.
Noch etwas:
Liegt der TV flach an der Wand, so muss man ihn mit einem Stück Draht zwischen Wand- und TV-Halterung einklinken, sonst steht er einige Zentimeter weit vor. Das war aber schon in der alten Wohnung so. Nicht jede Wand ist perfekt im Wasser. Es kann aber auch sein, dass die Achse der Wandplatte schon nicht perfekt gerade ist.
So isses eben. Damit müssen wir leben. Immer noch besser, als wenn der Fernseher quer im Raum steht. Ja, der Grundriss ist ungünstig. Ebenso kann ich mich in diesem Raum von einem Surroundsystem verabschieden. In den 1960ern waren die Fernseher kleiner und die Wohnwände größer.
Woran erinnert mich das nur?
Die Fernseher waren früher noch dick und ich dünn. Heute ist es umgekehrt.

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