Kalk, ich hasse Dich!

Lesezeit: ca. 4 Minuten

Als Kind las ich den Roman “Mars, ich hasse Dich!“. Das war so um 1980 herum. Damals waren Entkalkungsanlagen in Privathäusern die krasse Ausnahme. Hier und heute, in Ober Bärbauch, sind sie aber notwendiges Übel, wenn man nicht dauernd den Kalk aus dem Sieben kratzen will und alle zwei Tage die Kaffeemaschine entkalken möchte. 

Der Heizungsbauer brachte noch das Verschneideventil an. Dazu musste halt das ganze alte “Geweih” aus der Verrohrung genommen werden. Ich mag nicht am Wasser herumfummeln. Waschbecken, Spüle oder einen Durchlauferhitzer anschließen ist ja noch okay, aber auf die feste Verrohrung habe ich einfach keinen Bock mehr. Nicht, dass ich das nicht könnte, aber so rein nervlich ist das nichts mehr für mich, mache mir zuviel Gedanken darum. Gibt nichts Schlimmeres als einen Wasserschaden im Haus.


Im Original ging das alles vom Wasserfilter direkt nach oben im Stile eines Dreizacks. Dieses Verschneideventil mit den drei Stellrädern musste aber noch vor der Hausverteilung angeschlossen werden.
Die Entkalkungsanlage habe ich dann installiert. War leicht. Ein Loch durch die Wand zur Garage gebohrt und dort den Spülschlauch an das Abwasser angeschlossen. Das war die schwierigste Übung.
Mit Kabelbindern noch die beiden Panzerschläuche etwas auseinander gehalten, damit die nicht bei der Wasserentnahme aneinander schlagen.


Jo, eigentlich fertig soweit. Aber nach ein paar Tagen habe ich doch noch eine Änderung vorgenommen.


Der Spülschlauch war leicht geknickt, also habe ich ihn nach oben geführt, so dass der Bogen weiter wurde. Ist ja kein Drama, denn in dem Schlauch ist immer Wasser, denn es wird mit Druck ausgepumpt und dann bleibt es auch nach dem Abschalten der Pumpe im Schlauch, da ja keine Luftzufuhr ein Auslaufen ermöglicht.


Ich habe dann noch einmal eine manuelle Spülung vorgenommen, da ich bei ersten Mal versehentlich das Programm abgebrochen hatte und dadurch der Salzbottich nur mit den 12 Litern Wasser gefüllt war, die ich manuell einfüllte.
Das dauert 20 Minuten. Hier sieht man die letzte Minute. Danach wird der Bottich wieder gefüllt.


50 kg Salz im Behälter. Das Brauchwasser fließt durch diese blaue Kartusche, die mit einem Gel gefüllt ist. Das Gel nimmt den Kalk auf und wird durch den Regenerationszyklus, der spätestens nach 10 Tagen automatisch durchgeführt wird, wieder aufgefrischt.
Im Brauchwasser befindet sich somit auch keinerlei Salz, beide Kreisläufe sind voneinander getrennt.


Hier stellt sich das Rad wieder auf die Einstellung “Serv” und das Gerät ist danach einsatzbereit.

Härtegrad:
Den Härtegrad von 20 auf 6-8 einzustellen ist halt eine Sache von ein paar Tagen, wenn man nicht vor jeder Messung sehr viel Wasser verschwenden möchte. Im System ist ja immer noch hartes Wasser.
Klar, man könnte oben zum Beispiel die Badewanne voll aufdrehen und dann am Entnahmeventil nach einigen Minuten den Härtegrad testen, aber ich bin doch keine Umweltsau. Wir haben ja Zeit.

Am Gerät selber ist ein kleines Plastikrad, das man in Stufen verstellen kann. Das ist bei unserem relativ harten Wasser recht empfindlich. Auch am Verschneideventil könnte man die Wasserhärte regeln, aber ich will das an einer Stelle haben, an der niemand vernehmlich oder aus Neugier herumdreht. Das Rad ist halt am Kopf unter dem blauen Deckel.

Kosten:
Das ganze Gerät hat mit 100 kg Salz und Versand ca. 480 Euro direkt beim Hersteller gekostet. War halt zufällig mal in einem echten Angebot! Gut für uns. Kann ja auch nicht andauernd irgendwas sein!

Es handelt sich um die “billige” Variante, mit Technik von BNT aus China. BNT ist tatsächlich ein namhafter Hersteller von sehr guter Qualität. Steigerungen sind immer möglich, und so könnte man auch das gleiche Gerät mit Technik von Fleck oder Clack (Alter, was für Namen sind denn das?!) ordern. Ein Gerät von Grünbeck entkalk das Wasser auch nicht besser, aber für 2.500 Schleifen wäre es smart und man könnte die Wasserhärt vom Gerät selbstständig messen und einstellen lassen. Mit Smarthome-Anbindung. Ah, ja, sorry, aber 2.000 Euro Differenz sind mir das echt nicht wert.

Anlagengröße:
Warum haben wir keine BM-30 oder BM-60 gekauft? Die Preisunterschiede sind doch nur marginal. Das 50 Prozent größere Gerät kostet nur 10 Euro mehr. Nun, ist das Gerät zu klein, muss es halt viel öfter Spülen und man müsste dauernd Salz nach kippen. Der Salzbehälter ist einfach zu klein. Das bedeutet einen Komfortverlust. Ist das Gerät zu groß, würde es nicht nach der verbrauchten Wassermenge spülen, sondern immer wieder in die Zwangsregeneration nach 10 Tagen rennen. Dadurch würde es mehr Salz verbrauchen als nötig wäre = umweltschädigender.

Für unsere Verhältnisse ist das BM-40 einfach passend gewesen.

Überschlag:
3 Personen: 140 Kubik im Jahr
125 Liter am Tag/Person
375 Liter gesamt = 0,375 Kubik
Härtegrad bei uns: 20,4

Kapazität = Wasserverbrauch / Tag in m³ * Wasserhärte in °dh * 3 Tage Regenerationspause
0,45 * 20 * 3 = 27
0,38 * 20-7 = 5

Unterschiede bei 20 Grad Wasserhärte:
R2D2-36: 1.600 Liter, 8 Liter Harz, 25 kg Salz
R2D2-72: 3.600 Liter, 18 Liter Harz, 50 kg Salz
BM-40: 2.000 Liter, 10 Liter Harz, 60 kg Salz
BM-60: 3.000 Liter, 15 Liter Harz, 70 Kg Salz

Preise sind:
R2D2-36: 399,-
R2D2-72: 599,-
BM-40: 589,-
BM-60: 599,-

Gerät mit “Sparbesalzung”?
Blödsinn, bringt nur was, wenn die Anlage überdimensioniert ist.
Idealer Weise sollte sie immer vor der Zwangsregeneration eine mengen gesteuerte Regeneration starten. Im Prinzip gibt es keine Anlage, die zu klein ist, man muss dann eben dauernd Salz nachfüllen. Eine überdimensionierte Anlage ist aber definitiv umweltbelastend und teurer im Unterhalt.

Unterhaltskosten:
BM-40: 2.000 Liter bei 20 Grad Wasserhärte bis zur Regeneration = 5,33 Tage. Zwangsregeneration nach 10 Tagen. 10 Tage finde ich aber schon etwas sehr lange.

Der Salzverbrauch liegt bei 1,6 kg pro Regeneration. Ich habe 50 kg eingefüllt (maximal 60 kg möglich).
Der Verbrauch im Monat liegt also bei 9 kg.
Das reicht für 5,5 Monate.
Ein Sack mit 25 kg Salztabletten kostet im Baumarkt um die 8 Euro.
Die Entkalkung kostet und also:
34,90 Euro im Jahr
2,90 Euro im Monat
0,72 Euro in der Woche
Am Tag also 9 Cent

Stromverbrauch liegt bei 3 Watt.
Das sind ca. 7,50 Euro im Jahr
0,62 Euro im Monat
0,15 Euro in der Woche
Am Tag also 2 Cent

Pro Regeneration werden vielleicht 50 Liter Wasser benötigt?
Das sind 6,84 Euro im Jahr
0,57 Euro im Monat
0,14 Euro in der Woche
Am Tag 2 Cent

Gesamtunterhaltskosten im Jahr: 50 Euro (Stand Ende 2020)
4,16 Euro im Monat
1,05 Euro in der Woche
0,14 Euro am Tag

Fazit:
Ach ja: Und was hat es gebracht? HAMMER! Endlich wieder voller Wasserdruck und die Armaturen sehen absolut sauber aus! Die Kaffeemaschine und der Wasserkocher sehen nicht mehr ekelhaft aus. Das Geschirr ist sauberer und für die WaMa brauchen wir viel weniger Waschmittel.

4+

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.